Förderverein Kirche Großpötzschau e.V.

1995
Ansicht von Südost

2000
Ansicht von Nordost

2001
Ansicht von Süden

2009
Ansicht Turm von Nordwest

2009
Turm mit Ballon

Chronik

Chronik zur Geschichte der Kirche Großpötzschau bis 2005

Der Ort Großpötzschau geht zurück auf eine slawische Siedlung, in welcher der sich am heutigen nord-westlichen Ortsrand des Ortes befindliche Malberg mit seiner Wallanlage als Zufluchtsort und Begräbnisstätte diente. Diese altsorbischen Siedlung dürfte bereits um 600 entstanden sein. Im 12. Jahrhundert kam es dann zur Ansiedlung christlicher deutscher Kolonialisten in dieser Gegend und an diesem Ort. In dieser Zeit dürfte das erste Kirchenbauwerk am Standort der heutigen Auferstehungskirche Großpötzschau entstanden sein.

 

1206Pötzschau wird erstmals als Beschowe erwähnt
1540hat Großpetzsche eine Pfarrkirche
1570schriftliche Nennung des Ortsnamens als Grohsen Petzschau, aus der darauffolgenden Zeit sind weitere verschiedene ähnliche Namen und Schreibweisen überliefert
1656nachgewiesene Kirchrechnungen und Kirchenbücher, es wird jedoch davon ausgegangen, daß eine Reihe älterer Dokumente zur Kirche und Pfarrei in den Kriegen voriger Jahrhunderte verloren gegangen sind
1774beginnt in den Kirchenbüchern die Schreibweise Großpötzschau
1779Errichtung des Kirchturmes als sog. Dachreiter, der bis 1881 existierte
1815Fertigstellung der Orgel durch den Orgelbauer Johann Christian Poppe aus Stadtroda
1816Umbau der Sakristei von der Nord- auf die Südseite des Kirchenschiffes
1830von den Brüdern Teichmann aus Muckern werden Gipsbüsten von Luther und Melanchthon gestiftet und im Chorraum aufgestellt
1832das ölgemälde auf dem Altar, mit der Darstellung Christus beim Abendmal mit Brot und Kelch wurde von einem Leipziger Portrait- Maler namens Bauer erstellt und der Kirchgemeinde geschenkt
1844großer Brand im Ort, der die vorhandene Dorfanlage in wesentlichen Teilen zerstört hat, die Kirche dürfte davon nicht wesentlich betroffen gewesen sein

 

Die Auenkirche um 1900

 

Das Kirchengebäude dieser Zeit besaß eine ähnlichen Kubatur, wie das heutige Gebäude, allerdings waren deutlich verschiedene Stilepochen erkennbar:

Die östliche Hälfte, der heutige Altarraum, geht zurück auf eine kleine Dorfkapelle aus Bruchsteinen und Rochlitzer Phorphyr im einfachen frühgotischen Stil. Die Dachdeckung bestand hier aus einer Ziegeldeckung, während die westliche Hälfte mit Schiefer gedeckt war. Dieser Bereich des Gebäudes wird in dem Buch Neue sächsische Kirchengalerie (1904) als "plumper stilloser Backsteinrohbau mit kleinen unregelmäßigen Fenstern, der vermutlich erst in nachreformatorischer Zeit als Schiff angebaut worden war" beschrieben.

Am 26.07.1881 brannte der Kirchturm infolge eines Blitzschlages völlig aus.

Durch den Baumeister Langer aus Großpötzschau wurde die Kirche daraufhin neu aufgebaut bzw. umgebaut. Im westlichen Teil wurden die Fenster verändert und an der Südfassade Pfeiler ergänzt. Der Turm auf dem Dach wurde nicht wieder aufgebaut, stattdessen wurde der heutige Kirchturm an der Westseite des Schiffs errichtet. Das gesamte Gebäude wurde in diesem Zuge in dem neogotischen Stil dieser Zeit neu gestaltet. Am 23.05.1883 wurde die Kirche in dieser, bis heute nahezu unveränderten Gestaltung neu geweiht.

Aus dem Umbau der Kirche erwuchs der kleinen Kirchgemeinde eine beträchtliche Schuldenlast. Die Baukosten waren nur etwa zur Hälfte durch Zahlung der Brandversicherung und aus Geldern einer Kirchenbaustiftung gedeckt.

1889 musste der Friedhof erweitert werden, der in diesem Zusammenhang mit der noch heute vorhandenen Mauer und einem Eingangstor neu eingefriedet wurde.

1902 wurde eine neue, die heute noch vorhandene Aussegnungshalle gebaut.

In den folgenden Jahrzehnten wurde eine elektrische Bankheizung und außen ein Blitzableiter installiert.

Seit etwa 1935 wurden große Teile der Region einschließlich der Ortschaft Pötzschau als Kohlenutzungsgebiet deklariert und für den großflächigen Tagebauabbau in Betracht gezogen. 1937 wurde der Tagebau Espenhain in Betrieb genommen.

1944 beschließen die Kirchenvorstände der Kirchen Großpötzschau und Kleinpötzschau den Zusammenschluß beider Kirchgemeinden. Dies ist Folge der bereits im Jahre 1934 erfolgten Zusammenlegung der Ortschaften Kleinpötzschau und Großpötzschau zu einer politischen Gemeinde. Die Kirche Großpötzschau soll nach den dazu vorliegenden Dokumenten den Namen Auenkirche erhalten, was sich jedoch in den Wirren dieser Zeit nicht durchgesetzt hat. Der Name Auferstehungskirche bleibt weiter bestehen.

Das 20. Jahrhundert mit seiner wechselvollen Geschichte hat die Kirche ohne größere Schäden überstanden, allerdings wurden kaum Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Nur kleine Reparaturen und minimale Erhaltungsmaßnahmen waren möglich. So wurden um 1955 Reparaturen am Turmdach und am Außenputz veranlasst, aber der Verschleiß der Jahrzehnte konnte nicht aufgeholt werden und schritt deutlich sichtbar immer weiter voran.

Im Jahr 1996 wurde die sich auf der Empore befindliche Orgel demontiert und außerhalb des desolaten Kirchengebäudes eingelagert, weil der weitere Verbleib am Standort wegen des defekten Daches zu erheblichen Schäden oder zur Vernichtung des Instrumentes geführt hätte.

Insbesondere am Turm wurden der Verschleiß immer deutlicher, es kam zu erheblichen Verwitterungserscheinungen auch im Inneren, weil die Fenster defekt oder nicht mehr vorhanden waren. Die Turmbekrönung wurde in einer privat organisierten Aktion demontiert, weil sie in Schieflage geraten war und herunter zu stürzen drohte. Das Mauerwerk des Turmes wies erhebliche Rissbildungen auf, die Standsicherheit des Turmes war nicht mehr gegeben. Die Löcher und Fehlstellen im Dach des Kirchenschiffes wurden von Jahr zu Jahr größer.

Durch privat organisierte Sicherungsmaßnahmen konnten die Schäden ein gewisse Zeit begrenzt bzw. in ihrem Fortschreiten gebremst werden. Damit wurde das Gebäude vom endgültigen Verfall bewahrt und die Möglichkeit einer Sanierung offen gehalten.

Es hat in der Folge noch einige Jahre gedauert, bis die verschieden Bemühungen und Initiativen von Privatpersonen zur Erhaltung der immer weiter verfallenden Kirche am Ortsrand von Großpötzschau mit Gründung des Fördervereins im Jahr 2005 so gebündelt werden konnten, dass die Rettung und der Erhalt der Kirche als ortsbildprägendes Baudenkmal und weithin sichtbare Landmarke nunmehr gesichert scheint.

Für weitere Informationen zur Geschichte der Kirche sind wir sehr dankbar. Wenn dazu jemand etwas beitragen kann und möchte, bitten wir um eine Mitteilung über die angegebenen Kontaktmöglichkeiten.